Staus auf der A9

Alle, die einen schnellen Weg zwischen den beiden Metropolen Berlin und München suchen, die sollten auf der A9 fahren, denn es gibt keine schnellere Verbindung zwischen Osten und Süden als die 530 km lange A9. Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern liegen auf der Strecke der A9, die wie die meisten anderen Autobahnen in Deutschland, ihre Entstehung dem Bauwahn der Nationalsozialisten verdankt.

Die A9 hat viele Besonderheiten, es gibt immer wieder lange Staus und auch viele schwere Unfälle. Trotzdem gibt es keine schnellere Möglichkeit für alle, die zwischen München und Berlin oder umgekehrt unterwegs sind.

Die Straße von Berlin nach Rom

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Es gab schon in den 1920er Jahren Ideen eine Straße zu bauen, die ohne Umwege von Berlin nach München und wieder zurückführt, aber erst unter den Nationalsozialisten wurde daraus der Plan, eine Fernstraße von Berlin nach Rom zu bauen. 1927 nahmen die Pläne konkrete Formen an und es gab auch schon einen Namen für diese Straße: Sie sollte MüLeiBerl heißen, die Kurzform für München, Leipzig, Berlin. Schon 1936 wurde die Achse Berlin-Rom in einigen Teilen für den Verkehr freigegeben. Zunächst war es nur ein 164 km langes Stück zwischen Schkeuditz und Bad Berneck. Es folgte 1941 mit dem Teistück zwischen Hienbergsabsstieg und Schnaittach auf einer Länge von 3,7 km der letzte Abschnitt und die Autobahn zwischen Berlin und München war durchgängig befahrbar. Die A9 ist damit die älteste Autobahn, die es in Deutschland gibt.

Die A9 war bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten eine wichtige Transitstrecke, die es zwischen dem Westen des Landes und der „Insel“ Berlin gab. Bis heute können sich noch viele Autofahrer, die auf der A9 unterwegs waren, an die blauen Autobahnschilder mit der schwarzen Schrift und dem Wort Transit erinnern. Auch auf den Schildern, auf denen die Entfernungen angegeben wurden, konnte jeder lesen, dass er auf einer Durchgangsstrecke unterwegs war. Wenn dort das Wort Berlin stand, dann war darunter „Hauptstadt der DDR“ zu lesen. Aus sich der DDR führte die heutige A9 nämlich über das Kreuz Schönefeld nach Ost- und nicht nach Westberlin.

Auch wenn die Bundesrepublik fleißig an die DDR Geld überwiesen hat, das zur Sanierung und Instandhaltung der Transitautobahn verwendet werden sollte, so waren die Teilabschnitte in der ehemaligen DDR doch in einem sehr schlechten Zustand. Ursprünglich für Betonplatten geplant, fuhren die Autofahrer in der DDR zum Teil sogar über holpriges Kopfsteinpflaster, das schlecht mit einem Bezug aus Asphalt überzogen war. Erst in den 1980er Jahren wurde dieser Asphalt entfernt und die Autobahn mit Beton versehen.

Erst 2004 wurde auch was die Autobahnen angeht, die Bundesrepublik mit der DDR vereint, denn die älteste noch bestehende Raststätte aus DDR Zeiten in Rodaborn bei Triptis musste abgerissen werden, um die A9 auf sechs Spuren ausbauen zu können. Diese Raststätte war lange etwas ganz Besonderes, denn sie war seit 1928 ein sehr beliebtes Ausflugslokal und da es damals kaum Autos gab, konnten dort auch die Kinder ungestört spielen, ohne überfahren zu werden.

Der Streckenverlauf der A9

Alle, die sich die schöne Landschaft Brandenburgs ansehen wollen, die sind gut beraten auf der A9 zu fahren. Die Autobahn beginnt am Berliner Ring, geht dann weiter nach Potsdam bis zum Autobahnkreuz in Nürnberg. Dieses Teilstück wurde nach der Wiedervereinigung komplett mit sechs Spuren ausgestattet und heute fahren jeden Tag bis zu 50.000 Autos, Lastwagen und Busse über diesen Teilabschnitt. Bayreuth gehört zu den Stauschwerpunkten auf der A9, denn dort ist die Autobahn nur vierspurig ausgebaut und kommt daher sehr schnell an die Grenze ihrer Kapazitäten.

Für weitere Staus sorgt der Teilabschnitt zwischen Nürnberg und München-Nord. Hier wurde aber nicht die Fahrbahn verbreitert, die Autobahn wurde lediglich um einen weiteren Standstreifen erweitert. Besonders in den großen Ferien staut es sich auch gerne in Nürnberg Feucht, da dort eine Schnellstraße auf die A9 führt. Neu ist der Abschnitt zwischen Ingolstadt und Nürnberg, der von der Deutschen Bahn finanziert wurde und auch parallel zur Bahnstrecke erläuft. Immer wieder ist ein Ausbau des Dreiecks Holledau im Gespräch, denn auch dort sind Staus an der Tagesordnung.

Hoch belastet ist auch der Abschnitt zwischen den Kreuzen Neufahrn und München-Nord, auf dem jeden Tag zwischen 143.000 und 184.000 Autos unterwegs sind. Um die Staugefahr zu verringern und auch das Unfallrisiko zu minimieren, wurde die Strecke zwischen 2004 und 2006 auf acht Spuren ausgebaut. Zum Teil sehr alt sind auch die Brücken auf der A9. Aufwendig saniert wurde unter anderem zwischen 2007 und 2010 die Hochbrücke Freimann. Auch die über 30 Jahre alte Brücke am Frankfurter Ring, im Volksmund auch Tatzelwurm genannt, wurde abgerissen und neu gebaut. Ganz neu ist auch das Autobahnkreuz Neufahrn bei Freising, wo zwischen 2009 und 2011 eine Verbindungsrampe ein sogenannter Overfly gebaut wurde, die den Verkehr entlastet und die Staus minimiert.

Die Besonderheiten der A9

Die A9 hat viele Besonderheiten, wie zum Beispiel die Millionenbrücke. Eigentlich heißt die Brücke bei Klein-Marzehn Hagenbrücke, aber da über eine Million Ziegelsteine für den Bau der Brücke verwendet wurden, bekam sie den Beinamen Millionenbrücke.

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Aber auch schwere Unfälle gehören zur Geschichte der A9. Einer der schwersten Unfälle ereignete sich 1987, als ein LKW bei Allershausen bei schlechter Sicht und Nieselregen umkippte und anschließend 180 Autos ineinander fuhren und so für eine der größten Karambolagen in der deutschen Autobahngeschichte sorgten. Auch 1990 krachten in der Münchberger Senke 170 Autos zusammen. Es gab zehn Tote, 120 Verletzte und die Unglücksstelle musste für 70 Millionen D-Mark saniert werden.

Die A9 hat ihre Tücken und es gibt immer mal wieder lange Staus auf der A9, aber diese Autobahn lässt sich gut befahren, sie ist noch neu und die Streckenführung ist sehr übersichtlich. Trotzdem ist ein Stau auf der A9 nicht auszuschließen, denn die A9 ist eine viel befahrene Strecke, die schnell von Berlin nach München oder von der bayrischen Landeshauptstadt in die deutsche Hauptstadt führt. Zum großen Teil mit sechs Spuren ausgestattet, ist es zu normalen Zeiten nicht schwer, auf der A9 zu fahren, und wer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, der wird auf der A9 gut vorankommen. Auch die Zukunft der A9 ist bereits beschlossen, denn es sollen noch vier Teilstrecken ausgebaut werden.

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